Direkt und indirekt: Wie Blitzschäden wirklich entstehen
Beim direkten Blitzeinschlag trifft der Blitz das Gebäude selbst. Das ist der Fall, den die meisten vor Augen haben: Dachstuhlbrand, zerstörte Antennen, Schäden an der Gebäudehülle. Er ist spektakulär, aber verhältnismäßig selten.
Häufiger ist der indirekte Blitzeinschlag. Der Blitz schlägt in der Nähe ein, etwa in einen Baum, eine Freileitung oder den Boden, und erzeugt dabei eine Überspannung, die sich über das Stromnetz, Telefon- oder Datenleitungen ins Gebäude fortpflanzt. Diese Überspannung kann innerhalb von Millisekunden empfindliche Elektronik zerstören, ohne dass von außen irgendetwas zu sehen ist.
Für Eigentümer und Verwalter ist das die relevantere Gefahr. Nicht weil der direkte Einschlag harmlos wäre, sondern weil die Überspannung unterschätzt wird und der Schaden erst mit Verzögerung sichtbar wird
Heizung, PV-Anlage, Aufzug: Was Überspannung zerstört
Moderne Gebäude sind deutlich anfälliger für Überspannungsschäden als ältere, weil sie mehr steuerungsabhängige Technik enthalten. Besonders betroffen sind Heizungssteuerungen und Regeleinheiten, Photovoltaikanlagen und Wechselrichter, Smart-Home-Systeme und Gebäudeautomation, Aufzugssteuerungen, Gegensprechanlagen sowie die gesamte Elektroinstallation inklusive angeschlossener Geräte.
Für WEGs und Hausverwaltungen ist das besonders relevant: Ein Überspannungsschaden an der Aufzugssteuerung oder der zentralen Heizungsanlage betrifft nicht einen einzelnen Eigentümer, sondern das gesamte Gebäude. Die Folgekosten sind entsprechend.