
Für viele von uns fühlt sich der Januar nach Stillstand an. Die Feiertage sind vorbei, die Straßen liegen ruhig, die Bäume kahl. Doch genau diese Stille trügt.
Es ist die Zeit, in der man gerne vergisst, dass Schäden nicht erst im Frühjahr entstehen, sondern schon jetzt.
Vor zwei Jahren stand ein Eigentümerpaar aus dem Odenwald genau vor diesem Problem. Sie hatten die Winterphase genutzt, um im Haus Ordnung zu schaffen – Lampen austauschen, Regale ausmisten, Kleinigkeiten erledigen. Was sie allerdings liegen ließen, waren die wirklich relevanten Punkte: ein verzogenes Kellerfenster und ein Fallrohr, das schon länger verstopft war. Beides stuften sie als „nicht dringend“ ein und verschoben die Reparatur auf das Frühjahr.
Dann kam ein einziges kräftiges Regenband Ende Februar.
Der Keller lief innerhalb von 15 Minuten voll.
Nicht wegen einer Naturkatastrophe, sondern wegen einer defekten Rückstauklappe, die seit Jahren niemand mehr geprüft hatte.
Solche Fälle sind kein Einzelfall, sie sind typisch fürs Frühjahrswetter. Und sie zeigen, wie sehr es sich lohnt, jetzt vorzubeugen, bevor die Natur den Takt vorgibt.
Warum gerade das Frühjahr so schadenanfällig ist
Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, passiert im Hintergrund mehr, als man denkt. Der Boden ist noch hart oder nass vom Winter, Schmelzwasser erhöht den Feuchtigkeitsdruck auf Kellerwände, und der erste kräftige Niederschlag trifft auf Entwässerungssysteme, die seit Monaten nicht beachtet wurden.
Auch Hausverwaltungen sehen es jedes Jahr aufs Neue:
Die ersten Schadensmeldungen betreffen fast immer volle Kellerräume, durchnässte Technikräume oder Dachbereiche, die den Winter nicht schadenfrei überstanden haben.
Starkregen und Rückstau – das unterschätzte Frühjahrsrisiko
Starkregen ist nicht planbar. Er trifft punktgenau, lokal, schnell – und das ausgerechnet in einer Jahreszeit, in der das Erdreich noch kaum Wasser aufnehmen kann. Das ist die gefährliche Mischung, die Rückstauereignisse begünstigt.
Zurück zum Ehepaar aus dem Odenwald:
Der eigentliche Auslöser war ein Kanal, der die Regenmenge nicht mehr bewältigen konnte. Das Wasser drückte die Fallrohre hoch, lief ins Kellerfenster und von dort direkt auf die Heizungsanlage zu. Am teuersten war am Ende nicht das Wasser, sondern der Schaden an der Technik.
Und genau hier beginnt Prävention.
Nicht draußen im Garten oder erst im März, sondern drinnen, wo die sensibelsten Bereiche sitzen.




